Internet im Wohnmobil / Wohnwagen Internet im Reisemobil


Das Internet mit in den Urlaub nehmen?
Viele werden wahrscheinlich denken, ist sowas überhaupt möglich?
Für Andere wiederum ist nur der Gedanke daran, einen Computer mit in den Urlaub
zu nehmen absurd. Sie bringen dieses Ding wahrscheinlich immer mit Arbeit in Verbindung.
Nun, arbeiten werde ich nach wie vor im Urlaub nicht, ich nutzte hingegen schon ziemlich früh
die Vorteile eines Internetzuganges im Urlaub. So habe ich zum Beispiel ein mir wichtiges
Instrument zur weiteren Urlaubsplanung gewonnen. Diese Urlaubsplanung kann ich dann,
wenn ich es möchte, jederzeit und ganz spontan vornehmen.
Camping-, oder Stellplätze, Sehenswürdigkeiten und Anderes lassen sich mit Google,
GoogleEarth & Co so leicht während des Urlaubs herausfinden.
Beim Streckenwandern: Fährt ein Bus, oder Zug? Wenn ja, von wo? Und wann?
Kein Problem mehr, diese Fragen zu beantworten!

Internet! Aber wie?

Da gibt es mehrere Möglichkeiten.
1.)  Man verbinde sich via WLAN an einen HotSpot.
2.)  Man steckt eine UMTS-Karte, oder einen UMTS-Stick ein.
3.)  Internet via Satellit

Auf die beiden ersten Möglichkeiten werde ich hier jetzt nicht näher eingehen. Ich nutze sie zwar gele-
gentlich auch, aber meistens scheitern sie leider ausgerechnet dort, wo ich sie gerade benötige!
HotSpots sind nur sehr rar gesät. Nur sehr wenige Stell-, oder Campingplätze verfügen über WLAN.

Oben die TV-Antenne, im Vordergrund die Internetantenne
Und die UMTS-Netze decken hauptsächlich Ballungsgebiete, allenfalls Städte ab zigtausend Einwohnern ab. Wo keine UMTS-Abdeckung ist,
da geht meist nur noch das sehr lahme GPRS. Das macht nun wirklich keinen Spass!

Schon lange gibt es Internet via Satellit. Dies war jedoch nicht für die mobile Anwendung zu gebrauchen, da es sich um sogenannte Einweglösungen
handelte. Hierbei werden nur die zu empfangenen Signale über den Satelliten realisiert. Notwendig war aber zusätzlich immer dann noch einen
Telefonleitung, oder eine Verbindung über Mobilfunk. Der sogenannte Rückkanal. Das war teuer. Flatrate war gar nicht möglich. Na - und eine
Telefonleitung hat man auch nicht überall.

Internet via Satellit - Die Zwei-Wege-Lösung
 
Seit Frühjahr 2007 gibt es aber ein echtes 2-Wege-Internet via Satellit.
Dies wird über einen besonderen LNB realisiert. Der enthält Komponenten sowohl zum
Empfangen, als auch, und das ist neu, zum Senden.
Der Vorteil liegt ganz klar auf der Hand:
Man benötigt keinen teuren Rückkanal mehr über eine Telefonleitung, oder über Mobilfunk.
 

Vorteil von Internet über Satellit gegenüber WLAN oder UMTS:

Nachteile:

Satelliten, Produkte und Provider

Die beiden großen Satellitenbetreiber Astra und Eutelsat ermöglichen seit 2007 das 2-Wege-Internet. Daneben ist dies aber auch über
den griechischen Satelliten Hellas Sat 2 möglich.
Bei Astra heißt das Produkt Astra2Connect (www.astra2connect). Es wird der Satellit Astra 1E auf 23.5 Grad Ost genutzt.
(Nicht zu verwechseln mit der Astra-Position 19.2 Grad, von wo aus die meisten deutschsprachigen Programme ausgestrahlt werden.)
Eutelsat hat sich den Namen "Tooway" (www.tooway.com/deutsch) ausgedacht.
Das Produkt Tooway wird über die Satelliten Hotbird 6 (13 Grad Ost) und Eurobird 3 (33 Grad Ost) realisiert.
Hellas Sat nennt sein Produkt "HellasSat net". Ausgestrahlt wird über den Satelliten Hellas Sat 2 von der Orbitalposition 39 Grad Ost.

Direkt an den Satellitenbetreiber kann der Verbraucher sich aber nicht wenden, um sich Satelliten-Internet zu holen.
Dazu muss man schon einen Vertrag mit einem der Provider abschließen.


Im folgenden die drei genannten Satellitenbetreiber und Provider, die Produkte über diese anbieten.
 
 Satellitenbetreiber/Produktnamen  Provider
   
   
   
   
     


Wer die Wahl hat, hat die Qual!


Ein Hauptkriterium ist natürlich der Tarif. Hierfür zwei Beispiele:
Filiago (hier habe ich eine Flatrate, weil es einer der ersten Anbieter war) bietet sowohl Volumentarife, als auch flatrateähnliche Tarife
IPcopter macht was ganz Anderes: Hier kann man ein Paket erwerben, welches eine Anzahl von Nutzungstagen beinhaltet.
Zum Beispiel 100 Nutzungstage gültig für zwei Jahre.
IPcopter hat damit die Wohnmobilisten, bzw. Wohnwagennutzer als Hauptzielgruppe im Visier, die ja nicht das ganze Jahr online sind.
Die meisten Provider unterscheiden dann noch zusätzlich nach der angebotenen Bandbreite (Geschwindigkeit).
Je mehr Bandbreite, je teuerer - ist klar!
Ach ja! Und noch was: Flatrate ist hier nicht das Gleiche, wie beim Festnetz-DSL.
Man spricht hier von einer Fair-Use-Flatrate. Das heißt, dass man zwar unbegrenzt surfen kann, aber es gibt doch ein Limit.
Dies liegt bei einigen Gigabyte. Ist dieses Limit erreicht, so wird automatisch die Geschwindigkeit gedrosselt.
Beim normalen surfen wird dies wohl kaum passieren. Aber ein User der dauend dicke Downloads macht,
der weis dann irgendwann, wie langsam es nach der Drosselung ist. Mir ist dies noch nicht passiert.

Ein weiteres Kriterium ist natürlich auch, wo das Internet dann auch letztendlich überall verfügbar ist.
Da sollte man sich die sogenannten footprints (Ausleuchtzohnen) der einzelnen Satelliten mal genauer anschauen.
Leider halten sich hier manche Satellitenbetreiber etwas bedeckt.
Im Internet findet man zwar bei Astra und Eutelsat Karten über Ausleuchtzohnen der verschiedenen Satelliten und Beams,
aber vorsicht! Hier handelt es sich um Karten für den Empfang. Für die Senderichtung, die ja bei Internet via Satellit unentbehrlich ist,
kann das ganz anders sein! Was nutzt uns guter Empfang, wenn unsere Sendung nicht beim Satelliten ankommt?
Nur für Hellas Sat fand ich bei IPcopter (haben sich ja schließlich auch auf Camper spezialisiert) eine brauchbare Karte.
Hellas Sat deckt das komplette Südeuropa ab und reicht dann noch bis Südnorwegen.       (Quelle: Karte bei IPcopter)
Astra2connect reicht höher in den Norden hinein, aber deckt nur Teile von Südeuropa ab.   (Quelle: Diskussionen in Foren)
Die Ausleuchtzohne von tooway ist mir nicht bekannt.


Die Technik

Da Internet via Satellit anfänglich hauptsächlich für die feste Montage an einem Standort gedacht war, gab es natürlich auch nur
manuelle Anlagen, die man aufbauen und von Hand ausrichten muss.
Im vergangenen Jahr tauchten dann speziell für Camper mehr und mehr automatische Satanlagen für Internet, oder sogar kombiniert,
für Fernsehen und Internet auf. Das ist alles Geschmacksache, Bequemlichkeit, und aber auch nicht zuletzt des Geldbeutels.
Während die manuelle Anlage für 300 bis 700 Euro zu haben ist, kann eine automatische Lösung mit Fernsehempfang auch mal
leicht an die 4000 Euro kosten. Ohne Montage versteht sich!

 
Manuelle Anlage
mit Stativ zur externen
Montage
Manuelle Dachanlage
Im Fahrzeug ausrichtbar.
Automatische Anlage
Selbstausrichtung
Vorteile sehr geringe Kosten
Fahrzeug kann unter Bäumen stehen
geringe Kosten
Kein Aufbauen der Antenne
Einstellung erfolgt im Fahrzeug
 
Kein Aufbauen der Antenne
automatische Ausrichtung, relativ unkompliziert
schnell ausgerichtet
 
Nachteile Aufbau der Antenne notwendig
Genaueste Ausrichtung nötig!
Der Aufbau und Ausrichtung sollte geübt werden!
Sehr zeitaufwändig! (Mit viel Übung ca. 15 Min.)
Genaue Ausrichtung nötig!
Die Ausrichtung sollte geübt werden!
Etwas zeitaufwändig!
Fahrzeug kann nicht unter Bäumen stehen.
recht kostspielig
Fahrzeug kann nicht unter Bäumen stehen

Weiterhin gehört zu den hier abgebildeten Außeneinheiten noch ein Satmodem dazu.
Wer dazu auch noch kabellos im Mobil, oder auch draußen vor dem Mobil surfen möchte, der sollte auch noch ein WLAN-Router
hinter das Satmodem setzen.


Meine Anlage

Ich brauchte mir damals nicht so viele Gedanken über Satelliten, Provider und Art der Anlage machen.
Internet via Satellit war im Frühjahr 2007 neu. Es gab nicht die Auswahl, wie jetzt und es gab auch nur die Anlage, die ich jetzt immer
noch habe.
Was wollte ich? Ich wollte im Urlaub ein wenig surfen, Emails senden und empfangen und via Internet telefonieren.
Es reichte dazu eine geringe Bandbreite. Aber Flatrate sollte es schon sein.
Ich wählte damals bei dem Provider Filiago eine kleine Bandbreite von 256 KBit/s. Dies reichte mir zum Surfen, Mailen und sogar
für die Internet-Telefonie.
Soweit ich mich erinnern kann, musste ich wohl damals ein einmaliges Bereitstellungsentgelt von etwa 100 Euro leisten.
Monatlich sind 19,90 Euro fällig. Dazu kommen noch mal 9,90 Euro für das Leasen der Anlage. Wahlweise konnte man Diese auch
für etwa 300 Euro kaufen.
Geliefert wurden dann neben der Antenne und dem ILNB noch das Satmodem. Hersteller ist das belgische Unternehmen Newtec.

 
  Antenne mit ILNB auf Stativ    das ASTRA2Connect - Modem   WLAN-Router von DLINK und VoIP-ATA von Hama

Um nicht immer ein Kabel quer durch das Wohnmobil liegen zu haben und um auch mal draußen ins Internet gehen zu können,
erwarb ich noch einen WLAN-Router, den DLink DI-524. Für die Internettelefonie besorgte ich mir das VoIP-ATA von Hama.
Angeschlossen habe ich dort dann ein Wandtelfon.
Für die Internettelefonie wählte ich den Provider Sipgate, der ein Protokoll zulässt, welches auch mit geringen Bandbreiten funktioniert.

 
  Sat-Modem und Wandtelefon   kleiner Einblick in den Technikschrank   Anschlussschema

Eine wasserdichte Kabeleinführung ist Pflicht bei einer Anlage, wie ich sie habe. Ich wählte dafür die Antennen-Außendosen von Maxview.
Für den Fernsehempfang reichte eine Dose mit einem Anschluss. Diese Dose nutze ich nur, wenn ich die TV-Außenantenne aufstelle.
Für die Internetantenne muss die Dose natürlich zwei Anschlüssen aufweisen. Die Kabel lassen sich bei Bedarf bequem einstecken.

Rechts neben der Türe:  eine Dose für Internet, eine für TV  Anschlussdose für's WEB




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Zu "Meine Anlage":  Einstellungen an Modem, Router und VoIP-ATA
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aktualisiert: 19.11.2009