Antenne ausrichten Satantenne ausrichten Schüssel ausrichten Satschüssel ausrichten



Die Richtung bestimmen

Wir benötigen:
  • Einen Kompass
  • Einen Neigungswinkelmesser (bei Conrad gibt es auch einen Kompass mit Neigungswinkelmesser)
        statt Neigungswinkelmesser hilft auch eine elektronische Wasserwaage, oder zur Not auch eine normale
        Wasserwaage und ein Pappdreieck (siehe weiter unten)
  • Eine Azimut-Elevationstabelle (liegt oft der Antenne bei) oder ein Programm, welches diese Winkel berechnet
  • ,
        wie zum Beispiel SatFinder

    Wer die Tabelle hat, hält einfach Ausschau nach dem eigenen Ort und liest Azimut- und Elevationswinkel ab.
    Ist der eigene Ort nicht verzeichnet, wählt man die nächste Stadt aus. Jeder Satellit hat hier übrigens andere Werte.
    Es geht auch mit einem Programm, wie zum Beispiel SatFinder.

    So, jetzt haben wir die Winkel. Und was machen wir damit?
    Zunächst eine Kurze Erläuterung der Begriffe:



    Elevationswinkel:
    Auch Neigungswinkel genannt. Wenn man geradeaus schaut, genauer: über die obere Seite einer Wasserwaage,
    dann entspricht das einen Elevationswinkel von 0 Grad. Genau senkrecht nach oben geschaut, in den Zenit, würde
    das einem Elevationswinkel von 90 Grad entsprechen. Alles Andere liegt nun dazwischen. Bei uns an der Ruhr beträgt
    der Elevationswinkel etwa 30 Grad.

    Azimutwinkel:
    Auf einem guten Kompass sollte eine 360-Grad-Einteilung sein. Das ist er schon, der Azimutwinkel!
    Hier entspricht Süden genau 180 Grad. Beträgt unser Azimutwinkel beispielsweise 165 Grad, das ist der Wert für Astra 1
    am Standort Essen, dann steht unser Satellit 15 Grad links (östlich) der Südrichtung.

    Polarisationswinkel:
    Dieser Winkel wird auch oft SKEW, LNB-Tilt, LNB-Verdrehwinkel, oder sonstwie genannt!
    Der Polarisationswinkel gibt an, um wieviel Grad und in welche Richtung der LNB in seiner Halterung verdreht werden muß.
    Ausgangspunkt hierbei ist ein senkrecht befestigter LNB.
    Ein Wert von weniger als zehn Grad kann hier getrost vernachlässigt werden.
    Das heißt: In Mitteleuropa spielt dieser Winkel für die Astra- oder Hotbird-Ausrichtung keine Rolle.
    Wichtig wird dieser Winkel bei Empfang von Satelliten, deren Orbitalposition weit vom Längengrad des Empfangsortes
    entfernt ist.

    Standortwahl:
    Mögliche Standorte einer Antenne sind Dach, Hauswand, oder z. Bsp. der Boden vor dem Haus.
    Solange keine Hindernis im Weg ist, sind alle Orte gleichberechtigt. Es sollten nur zu lange Wege vermieden werden.
    Besonders bei langen Kabelwegen ist unbedingt auf hohe Kabelqualität zu achten.
    Auf einem Dach montiert, sollte eine Antenne unbedingt aus Blitzschutzgründen ordnungsgemäß geerdet werden.
    (Hierüber gibt es Fachliteratur)
    Das Rohr, an dem nachher die Antenne befestigt wird, sollte möglichst senkrecht ausgerichtet sein.

    Eignung diese Standortes prüfen:
    Eignet sich denn auch unser Standort? Ist wirklich absolut nichts im Weg?
    Mit dem Kompass peilen wir jetzt z. Bsp. unsere 165 Grad (Azimutwinkel) an.
    Dazu sollten wir uns einen markanten Punkt in Richtung 165 Grad merken.
    Jetzt geht es darum, unseren Blick um den Neigungswinkel (Elevationswinkel) nach oben zu lenken.
    Das ist mit Augenmaß nicht so einfach zu bewerkstelligen.
    Ist in Richtung unseres Azimuthwinkel absolut nichts, so sind wir fein raus.
    Ist dort aber ein Hindernis (zum Beispiel Gebäude, Berg, oder Baum) so müssen wir feststellen, ob wir darüber
    hinwegblicken können.
    Haben wir einen Kompass mit Neigungswinkelmesser, dann peilen wir jetzt die Höhe mit diesem Neigungwinkelmesser an.
    Wer eine elektronische Wasserwaage hat (Wasserwaage mit digitaler Gradanzeige / war vor kurzem bei einem Discounter für
    20 Euro zu haben) kann diese nutzen. Man hält die Wasserwaage so, dass sie unseren ermittelten Elevationswinkel anzeigt und
    schaut dann glatt über diese hinweg! (Besser: eine Person hält die Wasserwaage in richtiger Neigung, die andere Person
    schaut darüber hinweg!)
    Hat man weder Neigungswinkelmesser, noch elektronische Wasserwaage, da bleibt noch ein letzter Weg:
    Notwendig hierzu aber eine normale Wasserwaage und ein rechtwinkeliges Dreieck, welches wir aus Pappe zurechtschneiden.
    Wichtig ist natürlich, dass ein Winkel dieses Dreiecks genau unserem erforderlichen Elevationswinkel entspricht.
    Nehmen wir an, unser Elevationswinkel beträgt 30 Grad, dann muß auch ein Winkel unseres rechtwinkeligen Dreieckes
    30 Grad betragen. (Dazu müssen wir unser altes Lineal und einen Winkelmesser herauskramen.)
    Ist das Dreieck fertig, setzen wir es auf die Wasserwaage und schauen in die eben angepeilte Richtung. (165 Grad in
    unserem Beispiel.) Jetzt muss nur noch die Wasserwaage in Waage gehalten werden.
    (Vielleicht auch hier besser eine zweite Person zu Hilfe nehmen!)
    Wir schauen dann glatt über unser Dreieck hinweg.
     
    Neigungswinkelkompass Elektronische Wasserwaage  Wasserwaage und Pappdreieck


    Ist dort jetzt kein Hindernis zu sehen, dann steht der Platzierung einer Schüssel an diesem Ort nichts mehr im Wege.
    (Auf jeden Fall kein Empfangshindernis)
    Sind wir uns immer noch nicht sicher, ob wir vielleicht knapp an einem Hindernis vorbeikommen, so hilft nur noch
    das Ausprobieren mit einer Satelliten-Empfangsanlage. Es gibt zwar im Fachhandel spezielle Peilgeräte, diese
    übersteigen aber im Preis den Wert einer Markenanlage.

    Die Antenne ausrichten:
    Der Mast ist montiert. Der LNB ist am LNB-Arm, der Arm an der Antenne, alles nach Anleitung montiert.
    Dann kann es losgehen:
     

    1. Schrauben Sie die Antenne locker am Mast an.
    2. Verbinden Sie den LNB-Ausgang mittels Kabel mit einem Satfinder, oder besser, Sie haben Satreciever
          und TV-Gerät in Sichtweite, verbinden Sie gleich mit dem Satreciever. (Achtung! Netzstecker vorher ziehen!)
          Zur Feinjustierung und zur Kontrolle eignen sich TV + Satreciever auf jeden Fall besser, da man hier auch
          direkt kontrollieren kann, ob man auch den richtigen Satelliten erwischt hat.
    3. Stellen Sie den Elevationswinkel ein. Die Antenne sollte hierzu eine Skala an Ihrer Mastbefestigung haben.
    4. Drehen Sie jetzt die Antenne horizontal auf den richtigen Azimutwinkel. Haben Sie alles richtig gemacht,
          sollte sich jetzt was an Ihrem Satfinder, oder Ihrem TV-Gerät getan haben.
          (Stecker des Satreciever sollte natürlich wieder gesteckt sein!)
    5. Nehmen Sie jetzt die Feinjustierung vor. Verändern Sie dabei den Azimutwinkel und den Elevationswinkel
          so weit, bis ein Maximum an Ihrem Meßgerät, oder TV angezeigt wird.
    6. Ziehen Sie alle Schrauben fest und beachten Sie dabei, daß sich die Antenne nicht wieder verzieht.
    7. Falls notwendig, stellen Sie zum Schluß noch den Polarisationswinkel ein. Hierzu müßen Sie ggf. den LNB
          etwas in seiner Halterung verdrehen.




     


    aktualisiert: 19.07.2009